Zahnarztpraxis 5 hausenstraße

Zahnärztliche Gemeinschaftspraxis

Prophylaxe

In früheren Generationen galten Karies und Parodontose (heute: Parodontitis) als unvermeidbare Erkrankungen, die früher oder später zu Zahnverlust führten. Heute weiß man, daß Zahnverlust durch Parodontitis oder Karies keinesfalls ein notwendiges Übel ist, sondern gezielt vermieden werden kann. Die Ursachen für die Entstehung von Karies und Zahnfleischerkrankungen konnten eindeutig identifiziert werden. Eine Hauptrolle hierbei spielen die Bakterien, mit denen man vor allem in jungen Lebensjahren infiziert wurde und die im Zahnbelag zu finden sind. Zusätzliche Risikofaktoren, wie z.B. eine Zuckererkrankung, Rauchen, verringerter Speichelfluss u. a., beeinflussen die Ausprägung der Erkrankung. Was beispielsweise erst mit einer harmlosen Zahnfleischentzündung anfängt, breitet sich entlang der Zahn- und Wurzeloberfläche aus, der Kieferknochen erkrankt ebenfalls und bildet sich zurück. Am Ende diese schleichenden Prozesses steht oft der Verlust eines ansonsten gesunden Zahnes.
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Der Patient leistet seinen Beitrag durch die richtige häusliche Mundhygiene und gesunde Ernährung. Auch bei guter Mundhygiene werden jedoch nicht alle Beläge entfernt. Diese Beläge, auch Plaque genannt, sind die Hauptursache für Karies und Parodontitis. Zusätzlich sind in schwer zugänglichen Nischen Ablagerungen (Tee-, Kaffee- und Raucherbeläge) trotz größter Anstrengung nicht vollständig zu entfernen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, daß die regelmäßige Prophylaxesitzung in der Zahnarztpraxis eine der effektivsten Methoden zum Schutz vor den Volkskrankheiten Karies und Parodontitis ist. Patienten, die alle zwei bis drei Monate an einer regelmäßigen Prophylaxesitzung teilgenommen haben, zeigten auch nach sechs Jahren keine neuen Anzeichen von Karies oder Parodontitis.
Professionelle Zahnreinigung
Bild: Professionelle Zahnreinigung

Die Zahnerhaltung

Die Versiegelung mit einem dünnfließenden Composite ermöglicht einen Kariesschutz der gesunden Backenzähne ohne den Zahn dabei anzugreifen. Eine absolut schmerzfreie Prozedur mit einer verbesserten Prognose für den gesunden Zahn.

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Als Füllungsmaterialien stehen in erster Linie Composite, Keramik und Gold zur Auswahl. Die Entscheidung sollte jedoch erst nach Beurteilung von Lokalisation, Größe, Kaubelastung und ästhetischer Erscheinung des Defektes erfolgen. Die Dauerhaftigkeit der Füllung ist aufgrund dieser Faktoren sehr variabel und kann durch die richtige Materialauswahl deutlich verbessert werden.

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Die endodontische Behandlung ist in der Regel eine vollständige Säuberung und Desinfektion des gesamten Wurzelkanalsystems eines Zahnes mit abschließender Füllung dieser Zahnareale. Erforderlich wird die Wurzelkanalbehandlung bei besonders großen Defekten, die zu einer Schädigung des Zahnmarkes geführt haben, so daß dieses nicht zu erhalten ist.

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Zahnersatz

Zahnersatz in Form von Kronen wird erforderlich, wenn sehr große Zahnanteile verloren gegangen sind und der verbliebene Restzahn stark geschwächt ist. Kronen umfassen den Zahn circulär, sie sind zumeist aus Gold, Keramik oder aus einer Kombination beider Materialien hergestellt.

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Fehlen aber ein oder mehrere Zähne ist die Anfertigung einer Brücke notwendig. Diese wird ebenso wie Kronen fest eingesetzt und ist nicht herausnehmbar. Die Brücke stützt sich auf verbleibenen Zähnen ab und überträgt auf diese die Kaukräfte der ersetzten Zähne.

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Sind zuwenig stabile Zähne verblieben, erfolgt die Rekonstruktion durch einen zum Teil herausnehmbaren Zahnersatz, der sich z.B. mit Hilfe von Teleskopkronen an den Pfeilerzähnen verankern läßt.

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Sollten alle Zähne eines Kiefers fehlen, ist die Totalprothese aus einem leichten Kunststoffmaterial das Mittel der Wahl. Hier lassen sich durch individuelle Veränderungen während der Herstellung oder auch nachträglich noch die Qualität des Prothesenhaltes verbessern und so etwaige Einschränkungen minimieren. Die modernen Verfahren der Implantologie bieten zusätzlich noch weitere Möglichkeiten um im Einzelfall den Prothesenhalt zu erhöhen.

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Implantate

Vollständig verlorene Zähne können heute unter bestimmten Voraussetzungen durch Implantatverankerungen im Kieferknochen ersetzt werden. Dies betrifft einzelne Zähne, größere Lücken bis hin zur Abstützung und Absicherung von Prothesen. Dazu werden Zahnimplantate aus Titan in Form einer Schraube oder eines Zylinders in den Kieferknochen an die Position des verlorenen Zahnes eingesetzt. Nach einer Einheilzeit von 2 - 4 Monaten können auf ein solches Implantat nach einer Abformung im zahntechnischen Labor hergestellte Kronen, Brücken, etc. befestigt werden. Vorteile dieses Verfahrens sind eine erhebliche Schonung der verbleibenden Zähne sowie eine Kaubelastung für den Kieferknochen ähnlich dem natürlichen Zahn und damit ein erheblich reduzierter Knochenabbau.

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Implantatbrücke im Unterkiefer links

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Einzelzahnimplantat als Seitenzahn im Unterkiefer rechts

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Implantat im Frontzahnbereich (Oberkiefer rechts)

Parodontologie

Die zahnmedizinische Wissenschaft ist heute sehr weit fortgeschritten. Man weiß, dass praktisch jeder Zahnfleischrückgang auf eine Besiedlung durch Bakterien zurückzuführen ist. Diese Bakterien dringen über die Zahnoberfläche langsam in Richtung der Zahnwurzel vor und verursachen dort eine Entzündung. Durch gründliche Zahnpflege kann dieses Eindringen oft verhindert werden.
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Das Problem ist: Sind die Bakterien erst in die Zahnfleischtaschen eingedrungen, so vertiefen sich diese Taschen immer weiter und sie sind dann für die Zahnbürste nicht mehr erreichbar. Sie bilden, ähnlich wie auf den Zähnen, auf der Wurzel einen Belag, die so genannte "Plaque". Aus dieser Plaque kann sich Zahnstein auf der Wurzel bilden, der den Bakterien als guter Boden für eine weitere Besiedlung dient. Die Bakterien in den Zahnfleischtaschen rufen eine permanente Entzündung hervor. Sind alle Zähne betroffen, ist eine Gesamtfläche erreicht, die der Innenseite einer Hand entspricht. Eine solche "Wunde" bedroht nicht nur die Zähne, sondern kann eine Belastung für den gesamten Organismus bedeuten. Diese Entzündung kann heutzutage jedoch relativ einfach behandelt werden. Neue Methoden, die von Wissenschaftlern entwickelt wurden, ermöglichen es Ihrem Zahnarzt, Ihre Zähne sozusagen unter dem Zahnfleisch zu "putzen". Dabei werden Zahnstein, Plaque und Bakterien soweit entfernt, dass der Körper die Entzündung in den Griff bekommt und die Wunde heilen kann. Nur in ganz schweren Fällen, wenn die Erkrankung sehr heftig verläuft oder bereits weit fortgeschritten ist, müssen Antibiotika eingesetzt oder das Zahnfleisch chirurgisch "aufgeklappt" werden, um die Bakterien zu entfernen. Lassen Sie es nicht soweit kommen! Eine rechtzeitige Behandlung kann heute schnell und schonend durchgeführt werden.

CMD - Erkrankungen von Kiefergelenken und Muskulatur

Unsere Kiefergelenke sind wahre Spitzensportler. Sie bewegen den Mund geschmeidig hin und her wie Kunstturner, gleiten parallel wie Synchronschwimmer und haben die Ausdauer von Marathonläufern. Allerdings nur solange beide Gelenke gleich gut arbeiten- sonst schmerzt es beim Essen oder Sprechen oder es knackt vor dem Ohr. Auch Schmerzen der Muskulatur von Kopf, Hals und Rücken treten durch Fehlfunktionen der Kiefergelenke auf.

Unsere Kiefergelenke arbeiten fast immer: wenn wir den Mund öffnen, wenn wir sprechen, zubeißen, kauen oder gähnen. Im Vergleich zu allen anderen Gelenken verfügen die Kiefergelenke über Ausnahmequalitäten: Sie sind die beweglichsten des Körpers, arbeiten synchron und können sich gleichzeitig drehen und gleiten.

Ein gesundes Kausystem, bestehend aus Kiefergelenken, Muskulatur und Zähnen, spüren wir nicht. Wenn Schmerzen auftreten oder die Beweglichkeit eingeschränkt ist, wird dies als Cranio-Mandibuläre-Dysfunktion (CMD) bezeichnet. Ein Sammelbegriff für eine Vielzahl von Beschwerden, die schmerzhaft aber so gut wie nie gefährlich oder gar lebensbedrohlich sind.

Die Bedeutung gesunder und gut funktionierender Kiefergelenke wird in ihrer Auswirkung auf die Körperfunktion und insbesondere auf die Körperhaltung oft unterschätzt. Hierzu ist das ungestörte Gleichgewicht zwischen Kiefergelenken, Muskulatur und Zähnen erforderlich

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Durch Veränderungen in diesem Gleichgewicht wie z. B. Zahn- oder Kieferfehlstellungen oder Fehlbelastungen des Rückens kommt es zu Schmerzen in den Kiefergelenken, der Muskulatur oder einer Kieferfehlstellung. Bestehen diese Veränderungen länger kommt es häufig zu Knackgeräuschen im Kiefergelenk teilweise auch mit Bewegungseinschränkungen. Dieses Knacken entsteht bei der Verlagerung der Knorpelscheibe (Diskus) zwischen Gelenkkopf und Gelenkpfanne. Zumeist tritt das Knacken bei Mundöffnung, oft auch beim Schließen auf. Der Diskus verliert seine Funktion zum Schutz der knöchernen Gelenkflächen, so dass in der Folge nicht nur der Diskus sondern auch die Gelenkpfanne und der Gelenkkopf irreversibel geschädigt werden.

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Diskusvorverlagerung

Eine Kieferfehlstellung steht in direktem Zusammenhang mit der Körperhaltung. Über die Schwerpunktverlagerung des Kopfes erfolgt eine Fehlstellung der Wirbelsäule und des Beckens. Durch die Kippung des Beckens tritt eine funktionelle Beinlängendifferenz auf, trotz anatomisch identischer Beinlängen. Die Muskulatur von Kopf, Hals, Nacken und Rücken wird zur Stabilisierung des Körpers permanent asymmetrisch beansprucht und schmerzhaft verspannt. Typische Symptome sind:

- chronische Rücken-, Nacken- und Kniebeschwerden mit Wirbelsäulenbefunden (u. a. Hexenschuß)

- Schulter-Arm-Syndrom

- chronische Kopfschmerzen

- Ohrgeräusche (Tinnitus)

 

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Eine weitere sehr verbreitete Ursache für Schmerzen der Kiefergelenke und der Muskulatur ist unbewusstes starkes Reiben und Pressen der Zähne gegeneinander. Diese Fehlfunktion wird als Knirschen oder Bruxismus bezeichnet. Als Auslöser nahm man früher schlecht angepasste Füllungen, Zahnersatz oder eine Fehlstellung des Unterkiefers an. Heute wissen Wissenschaftler, dass die Hauptursache Stress ist.

Ob beruflicher oder privater Druck, wichtige Prüfungen, finanzielle Probleme, Überforderung oder unterdrückte Aggressionen – das alles können Gründe sein, die „Zähne zusammenzubeißen“ oder sich „durchzubeißen“. Fast jeder fünfte Deutsche kaut seine Probleme regelmäßig nachts noch mal durch und wacht „zerknirscht“ auf. Besonders betroffen sind Frauen zwischen 30 und 45 Jahren.

Um die jeweils erkrankten Bereiche einzugrenzen, wird mit Hilfe der Funktionsdiagnostik der Zustand von Kiefergelenken, Muskulatur und Zähnen untersucht. Dazu werden Muskulatur und Kiefergelenke abgetastet. Die Beweglichkeit von Unterkiefer, Kopf und Halswirbelsäule wird geprüft. Gemessen wird die Funktion der Kiefergelenke. Außerdem werden Zähne und Zahnhalteapparat auf Hinweise von überhöhter Krafteinwirkung untersucht. Gipsmodelle von Ober- und Unterkiefer können weitere Aufschlüsse über Zahnfehlstellungen und Abweichungen der Kiefergröße und Kieferposition geben.

Abhängig von den Ergebnissen dieser klinischen Befunde folgen individuell weitere Untersuchungen der Kiefergelenkbewegung durch elektronische Analysen der Bewegungsbahnen, Magnetresonanztomogramm und Einstellung einer Ruheposition des Unterkiefers im neuromuskulären Gleichgewicht. Ergänzend kann die Mitbehandlung von Orthopäden, Hals- Nasen- Ohrenärzten und Physiotherapeuten erforderlich sein, um die Funktion aller Organsysteme anzupassen und im Gleichgewicht zu stabilisieren.

Als erste therapeutische Maßnahme kann eine zahngetragene Schiene zu einer Entspannung und Schmerzlinderung eingesetzt werden. Entspannungs- oder Relaxierungsschienen sorgen für eine Entschlüsselung von Ober- und Unterkiefer durch die Aufhebung der Zahn-zu-Zahn-Verschlüsselung. Der Unterkiefer erhält so die Möglichkeit sich in einer muskulär symmetrisch ausbalancierten Position zu stabilisieren. Unter Berücksichtigung der Erkrankung der Kiefergelenke stellt eine solche herausnehmbare Schiene eine extrem präzise Konstruktion zur Wiedererlangung der Normalfunktion dar. In dieser Situation ist die begleitende orthopädische Behandlung zur Stabilisierung von Wirbelsäule, Schulter und Becken weitaus erfolgversprechender. Nach einem oft langen Krankheitsverlauf wird über mehrere Monate die Unterkieferposition korrigiert und gesichert bis ein harmonisches Gleichgewicht besteht.

Nach Verbesserung der Krankheitssymptome und Einstellung einer neuen Unterkieferposition kann die Schiene durch eine Korrektur der Zahnoberflächen ersetzt werden um die Unterkieferposition dauerhaft ohne Schiene zu stabilisieren. Dies kann durch die Änderung der Zahnstellung durch kieferorthopädische Bewegung der Zähne erzielt werden oder durch die Umgestaltung der Kauflächen mit Inlays, Onlays oder Teilkronen. Die Diagnose Bruxismus erfordert eine Schutzschiene zu den Zeiten des erhöhten Kaudruckes um Zähne und Zahnhalteapparat zu entlasten.